Dicke Luft: Warum Ozon dir den Atem raubt

Der Sommer heizt so richtig ein, doch mit den Temperaturen steigt auch die unsichtbare Ozonbelastung und macht das Training zur Qual. Erfahre, warum das Gas so tückisch ist und wie du trotzdem fit durch die Hitze kommst.

Sommer in der Stadt bedeutet nicht nur eine Feierabend-Abkühlung im Fluss. Wenn die Sonne wochenlang vom Himmel knallt und die Strassen glühen, braut sich in der Luft ein unsichtbares Problem zusammen. Aus Verkehrsabgasen, flüchtigen Lösungsmitteln und intensiver UV-Strahlung entsteht bodennahes Ozon.

Dieses sogenannte Sommersmog-Phänomen hat absolut nichts mit der schützenden Ozonschicht hoch oben in der Stratosphäre zu tun. Bodennahes Ozon ist ein aggressives Reizgas, das unsere Schleimhäute angreift und tief in die empfindlichen Bereiche der Lunge eindringt. Die unangenehme Folge sind oft tränende Augen, festsitzender Husten oder auch hartnäckige Kopfschmerzen.

Vor allem bei körperlicher Anstrengung im Freien wird das unsichtbare Gas zum echten Spielverderber. Weil du beim Joggen, Rudern oder Gravelbiken deutlich tiefer und häufiger einatmest, nimmst du eine ungleich grössere Dosis dieses Reizgases auf. Deine sportliche Leistungsfähigkeit sinkt rapide ab, während das gesundheitliche Risiko für deine Atemwege massiv ansteigt.

Das heisst nun aber glücklicherweise nicht, dass du dich bis in den späten September hinein auf dem heimischen Sofa einschliessen musst. Wer seinen inneren Schweinehund überlistet, kann dem Sommersmog recht einfach entkommen. Mit etwas cleverer Planung und dem richtigen Timing lässt sich das gesundheitliche Risiko beim Sport gekonnt umschiffen.

Empfehlungen für dein Sommertraining:

  • Morgensport ist Trumpf: Lege dein Training auf den frühen Morgen. Dann ist die Ozonkonzentration am geringsten und die Luft noch herrlich frisch.
  • Mittagshitze meiden: Zwischen 14 und 19 Uhr erreicht die Ozonbelastung in der Regel ihren absoluten Höhepunkt. Pausiere in dieser Zeit.
  • Indoor geht: weiche für dein Workout ins klimatisierte Gym oder mit deinem Verein in die Turnhalle aus. Sobald Ozon in geschlossene Räume strömt, fehlt ihm die treibende Kraft der UV-Strahlung der Sonne. Ohne den ständigen Nachschub von draussen zerfällt das Molekül drinnen rasch wieder zu gewöhnlichem Sauerstoff.
  • Auf den Körper hören: Sobald der Hals unangenehm kratzt, du ungewöhnlich stark hustest oder die Lunge brennt, solltest du die Intensität drosseln oder das Training abbrechen. Falscher Ehrgeiz ist hier fehl am Platz.
  • Werte checken: Ein kurzer Blick in eine Wetter-App oder auf die Website des nationalen Luftmessnetzes hilft dir, die aktuelle Belastung an deinem Standort vor dem Training richtig einzuschätzen.

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